Mitte des 16. Jh. trat der Kaffee die Eroberung Europas an. War der Genuss von Kaffee zunächst nur wohlhabenden Bürgern vorbehalten, ist das koffeinhaltige Aufgussgetränk heute eines der beliebtesten Europas.
Lange Zeit hat sich die Zubereitung von Kaffee kaum verändert: Die gemahlenen Bohnen wurden in einen Filter gegeben und mit heißem Wasser aufgebrüht. Auch als dieser Vorgang mechanisiert wurde, änderte sich an dem Prinzip nichts. Elektrische Kaffeemaschinen gehören seit Mitte des 20 Jh. zur Standardausstattung jeder Küche. Die immer ausgeklügelteren Weiterentwicklung der herkömmlichen Kaffeemaschine führten schließlich zur Erfindung des Kaffeevollautomaten.
Für den echten Kaffeeliebhaber ist er die vollendete Form der Zubereitung. Im Espresso-Verfahren zaubert er mit einem einfachen Knopfdruck in minutenschnelle die unterschiedlichsten Kaffeespezialitäten in die Tasse. Zu verdanken haben wir diese Entwicklung dem Schweizer Maschinenbauer Arthur Schmed. Ende der 70er Jahre wollte er zunächst dem befreundeten Italiener Sergio Zappella, der in seinem Geschäft elektrische Kaffeemaschinen vertrieb, lediglich einen Gefallen tun, indem er die Wartungs- und Funktionsweisen der Automaten verbesserte. Schnell entwickelte er dabei die Vision eines Kaffeevollautomaten, der erschwinglich, einfach zu bedienen und ohne geschultes Wartungspersonal Instand zu halten ist. Der Prototyp des Vollautomaten war Anfang der 80er Jahre soweit entwickelt, dass Schmed und Zappella ihre Erfindung verschiedenen Haushaltsgeräteherstellern vorstellen konnten. Nach zahlreichen Absagen fanden sie in dem Unternehmer Willi Nauer einen mutigen und aufgeschlossenen Partner, der das Vorhaben der zwei Erfinder finanziell unterstützte. 1985 wurde die Weltneuheit auf einer Messe der Öffentlichkeit präsentiert und der Vollautomat wurde schnell zum Kassenschlager.
Inzwischen gehört der Kaffeevollautomat zu Standardausstattung von Cafés, Restaurants und Büros. Auch in privaten Haushalten erobert er zunehmend die Küchen – und ein Ende des Siegeszuges ist nicht absehbar.
